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Kooperationsinfo

Ko-Info

 

Das Kooperations-Info erscheint vierteljährlich. Wir informieren darin über unsere laufenden Arbeiten. Das Info wird an Einzelpersonen und Einrichtungen im Bundesgebiet verschickt. Adressaten sind insbesondere unsere Zielgruppen: Gewerkschafter/innen, Betriebs- und Personalräte, Wissenschaftler/innen, Pressevertreter/innen und weitere Interessierte aus Beratung, Weiterbildung und Politik.

Wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden wollen, senden Sie uns bitte eine E-Mail an . Alle Ausgaben stehen auch als PDF-Download zur Verfügung.

 

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Ausgabe 88 (Frühjahr)

Aktuelle Ausgabe 97, Sommer 2019


Abschied

Boeckmann

Unser Kollege Klaus Boeckmann ist nach langjähriger Tätigkeit bei der Kooperationsstelle am 1. Juli in den Ruhestand gegangen. „Als ich im Jahr 1995 bei der Kooperationsstelle begann, hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich bis zur Rente bleiben würde. Dass mir diese Zeit so kurz vorkam, lag an der interessanten Arbeit, an meinen Arbeitskolleg*innen und den Personen, die meine Arbeit und die Arbeit der Kooperationsstelle insgesamt während der gesamten Zeit unterstützt haben. Ohne deren Engagement wäre die Kooperationsarbeit über einen so langen Zeitraum nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich ihnen ganz herzlich danken.“

Klaus Boeckmann hat sich in der Kooperationsstelle neben anderen Themen hauptsächlich mit Fragen der des betrieblichen Umweltschutzes und der betrieblichen Nachhaltigkeit befasst. Einen besonderen Stellenwert hatten die veränderten Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und deren Auswirkungen auf die Region. „Die Veränderungen der regionalen Beschäftigungsstrukturen durch die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze haben meine Tätigkeit in der Kooperationsstelle besonders geprägt. Ich hoffe, dass ich in unterschiedlichen thematischen Zusammenhängen verdeutlichen konnte, wie sich diese Veränderungen auf Arbeitnehmer/innen, Betriebe und insgesamt auf die regionale Entwicklung der Arbeitsmarktes ausgewirkt haben und immer noch auswirken.“

„Ich hoffe, dass meine Arbeit dazu beigetragen konnte, die Beschäftigungssituation der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verdeutlichen und ein klein wenig zu verbessern. Ich hoffe insbesondere, dass die für Beschäftigte und Gewerkschaften wichtige Kooperationsstellenarbeit längerfristig fortgesetzt werden kann. In diesem Sinne wünsche ich meinen Kolleg*innen und allen, die die Kooperationsarbeit unterstützten, viel Erfolg alles erdenklich Gute für die Zukunft.“


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Neue Kollegin

tanja

Ich bin Tanja Dayß, die neue Kollegin im Forschungsbereich „Kooperation Wissenschaft Arbeitswelt“ in der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund. Als Nachfolgerin von Klaus Boeckmann unterstütze ich seit dem 1. Juli den Forschungsbereich im Themenfeld angewandte Arbeitsforschung mit den Schwerpunkten betriebliche Arbeitsbeziehungen und Mitbestimmung sowie partizipative Arbeits- und Organisationsgestaltung.

Als gebürtige Wuppertalerin bin ich zum Studieren ins Ruhrgebiet gekommen und geblieben. Wer aus der Gegend kommt, dem ist der tiefe kulturelle Graben zwischen der Grenzstadt des Bergischen Landes und dem Ruhrgebiet vielleicht bekannt.

Was für die einen nur eine kurze Autofahrt von 15 Minuten bedeutet, ist für einen waschechten Wuppertaler, eine Wuppertalerin ein regelrechter Kulturschock. Die Menschen im Ruhrgebiet sprechen anders, sind viel aufgeschlossener, lächeln einen an und grüßen sich auf der Straße. Mir hat es trotzdem gefallen und so habe ich beschlossen die vielfältige Region genauer anzuschauen.

Nach dem Studium der Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen folgte das Masterstudium der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt „Gesundheitssysteme und Gesundheitswirtschaft“ an der Ruhr-Universität Bochum. Mein berufliches Motto lautet „systematisch sinnvolles tun“, dem ich glücklicherweise bis heute immer treu bleiben konnte. Während meines Bachelorstudiums habe ich in einem Mehrgenerationenhaus der Arbeiterwohlfahrt Oberhausen Kurse und Angebote für Menschen aller Altersgruppen mit dem Ziel des intergenerationalen Austauschs auf den Weg gebracht. Von Oberhausen zog es mich schließlich auch beruflich nach Bochum. Neben dem Masterstudium sammelte ich viele Erfahrungen bei der Beratung von Unternehmen und der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen zu psychischen Belastungen.

Begeistert von dem weiten Feld des Arbeits- und Gesundheitsschutzes absolvierte ich nach dem Studium die Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft (SiFa) und wechselte anschließend zum Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW (LIA.nrw). Im Rahmen des Forschungsprojektes „Entwicklung und Erprobung eines Assistenzsystems für ganzheitliches Beanspruchungsmonitoring und gesunde Arbeit“ beschäftige ich mich noch bis Oktober 2019 am LIA.nrw mit den verschiedenen Einflüssen des digitalen Wandels auf die Arbeitswelt und die Belastungs- und Beanspruchungssituation von Beschäftigten.

Ich hoffe, ich konnte einen ersten Eindruck von mir vermitteln und freue mich darauf, an der Sozialforschungsstelle gemeinsam mit Klaus Kock weiterhin systematisch Sinnvolles für die Arbeitsforschung zu tun.


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Arbeit in Zeiten der Digitalisierung

(KK) Im Rahmen der politischen Vortragsreihe „Gegen den Strom“ war Klaus Kock am 27.6. zu Gast bei Arbeit und Leben in Hagen, um über Forschungsergebnisse zum Thema Arbeit und Digitalisierung zur referieren.

Das Wesen der Digitalisierung besteht darin, Arbeitsvorgänge mit zahlenförmigen Symbolen zu beschreiben und daraus Programme zu entwickeln, mit denen Computer die Maschinen steuern können. Bedeutet das Unterstützung für die Arbeitenden oder lediglich Arbeitsplatzvernichtung und Fremdbestimmung? Den Unternehmen geht es in erster Linie darum, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. Wo bleibt dabei die Humanisierung der Arbeit? Bei der Programmierung von Software wird entschieden, was Maschinen erledigen und was offenbleibt für die Bearbeitung durch die Beschäftigten. Bleiben für sie nur noch Restarbeiten oder werden sie zu den Steuerleuten der Fabrik?

Mittlerweile liegen zu diesen Fragen einige Forschungsergebnisse vor, vor allem auch aus der Sozialforschungsstelle. Sie zeigen, dass digitale Systeme so gestaltet werden können, dass sie den Beschäftigten mehr Möglichkeiten zur selbstbestimmten Arbeit eröffnen. Sie können aber auch so gestaltet werden, dass sie die Beschäftigten bei der Arbeit überwachen und kommandieren. Manche Arbeitgeber schrecken davor zurück, ihren Arbeitnehmer*innen mehr Freiheiten zu geben. Hier zeigt sich das alte Problem jedes Arbeitgebers: Wie schaffe ich es, dass das Personal nicht nur das nötigste tut, sondern mitdenkt und motiviert arbeitet?

In der Regel ist das ein Geben und Nehmen. Wenn ein anständiges Gehalt mit Sozialleistungen gezahlt wird, werden sich die Beschäftigten bei der Arbeit auch nicht ausruhen. Wenn das Management ihnen vertraut, werden sie sich auch verantwortlich zeigen. Wenn die Beschäftigten mitreden und mitentscheiden können, werden sie sich auch an die Vereinbarungen halten. Wo das alles nicht vorhanden ist, liegt es nahe zu versuchen, die Technik als Kommandostruktur aufzubauen. Ob das funktioniert, ist allerdings fraglich. Die Beschäftigten kennen immer irgendwelche Tricks und Kniffe, um die Vorschriften zu umgehen – ob sie jetzt vom Chef kommen oder vom Computer.

Die Forschungen dazu sind in vollem Gange. Die angeregte Diskussion nach dem Vortrag zeigte, dass in der Praxis großes Interesse daran besteht. Um Digitalisierung nicht nur mitzuerleben, sondern auch mitzugestalten, ist Orientierungs- und Handlungswissen nötig, das in Zusammenarbeit von betrieblichen Akteuren mit Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft erarbeitet werden kann.

Ansprechparter*in: Klaus Kock, Tanja Dayß

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Entscheidend ist im Betrieb

(KK) Am 12.7. waren Tanja Dayß und Klaus Kock zu Gast im DGB-Stadtverband Dortmund. Thema war die Digitalisierung der Arbeit. Alle sozialwissenschaftlichen Studien kommen zu dem Schluss, dass die Arbeitsgestaltung nicht von der Technik determiniert wird. Es gibt verschiedene Entwicklungspfade: Digitale Systeme können so gestaltet werden, dass sie den Beschäftigten mehr Handlungsspielräume eröffnen. Sie können aber auch zu mehr Fremdbestimmung führen. Im Betrieb wird darüber entschieden, welcher Weg beschritten wird.

Es kommt zum einen darauf an, welchen Leitbildern das Management bei der Einführung digitaler Technologien folgt. Sollen die Beschäftigten als Rädchen in eine automatisch funktionierende große Maschine eingefügt werden, oder sollen sie ihre Arbeit mit Sinn und Verstand ausüben und durch Technik ihre Fähigkeiten erweitern?

Es kommt aber auch auf die Beschäftigten und ihre Interessenvertretung an. Die Einführung neuer Technologien ist ein schrittweiser Prozess, es wird vieles hinterfragt und umorganisiert. In diesen Prozess kann gestaltend eingegriffen werden, es können Beteiligungsrechte verabredet und festgelegt werden. Es kann auch über neue Arbeitsteilungen verhandelt werden, beispielsweise zwischen Männern und Frauen.

Was letztlich im Betrieb realisiert wird, ist Ergebnis eines Aushandlungsprozesses. Es ist wichtig, sich frühzeitig einzuschalten, denn je weiter der Prozess voranschreitet, desto weniger kann noch verändert werden. Jemand hat die Einführung von SAP-Software mal mit dem Gießen von Flüssigbeton verglichen: Am Anfang ist alles möglich, man kann den Beton sehr einfach formen. Je härter er aber wird, desto weniger ist zu ändern. Und wenn er ausgehärtet ist, kann man ihn nur noch mit dem Presslufthammer zerstören.

Die Gewerkschaften sind mit ihrer Politik, mehr Beteiligung der Beschäftigten durchzusetzen, inzwischen ein gutes Stück vorangekommen. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus der Sozialforschungsstelle hat z.B. die IG Metall den „Kompass Digitalisierung“ entwickelt. Damit soll es möglich werden, die Prozesse der betrieblichen Digitalisierung zu erfassen und zu gestalten. Dies schafft eine Grundlage, um rechtzeitig gegenzusteuern, Gefährdungen abzuwenden und die Projekte mit guten Perspektiven für die Beschäftigten zu verbinden. Bei ver.di gibt es den Bereich Innovation und Gute Arbeit. Die Kolleginnen und Kollegen in Berlin unterstützen und begleiten die ver.di-Initiative Gute Arbeit mit Erfahrungen, Wissen und einem breiten Akteurs-Netzwerk. Mit der Initiative „Was uns zusteht“ untersucht die Gewerkschaft NGG betriebliche Veränderungsprozesse daraufhin, welche zusätzlichen Tätigkeiten die Beschäftigten verrichten, um dann dafür zu sorgen, dass die Kolleg*innen höher eingruppiert werden.

Ansprechpartner*in: Klaus Kock, Tanja Dayß

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Arbeitsforschung in der Sozialforschungsstelle

(KK) Seit einigen Monaten organisiert Klaus Kock den institutsinternen Arbeitskreis Arbeitsforschung. Dabei geht es um den Erfahrungsaustausch der Kolleginnen und Kollegen in der Sozialforschungsstelle, die sich mit Arbeitsforschung befassen, und um die gemeinsame Profilierung in der Öffentlichkeit.

Zurzeit werden die Internetseiten der Sozialforschungsstelle zum Thema Arbeitsforschung neugestaltet. Sie sollen einen aktuellen Überblick über Forschungsschwerpunkte, Projekte und Publikationen bieten. Der „Relaunch“ soll noch im Sommer stattfinden. Um auch in der analogen Welt präsent zu sein, wird parallel ein Faltblatt erstellt. Im Herbst wird ein Heft in der Reihe der Sozialforschungsstelle „Beiträge aus der Forschung“ erscheinen, das in 11 Aufsätzen einen Querschnitt durch die Arbeitsforschung in der Sozialforschungsstelle präsentiert.

Besonderes Kennzeichen der Arbeitsforschung in der Sozialforschungsstelle ist ihr Anwendungsbezug, d.h. in unseren Projekten sind wir bemüht, Akteure aus der Praxis in die Konzeptionierung, Durchführung und Umsetzung von Projekten einzubeziehen.

Tanja Dayß und Klaus Kock im Forschungsbereich Kooperation Wissenschaft Arbeitswelt sehen ihre besondere Aufgabe darin, Ansprechpartner*in zu sein für Gewerkschaften, Betriebsräte und andere Akteure der Arbeitswelt in Dortmund und der Region.

Ansprechpartner*in: Klaus Kock, Tanja Dayß

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Was ist und was kann künstliche Intelligenz?

(KK) Am 6. Juni war die Philosophin und Buchautorin Manuela Lenzen bei uns zu Gast. In unserer Vortragsreihe „Schichtwechsel“ referierte sie über „Künstliche Intelligenz – Was sie kann und was uns erwartet“ (so lautet auch der Titel ihres Buches).

Die Referentin erläuterte in ihrem Vortrag, was künstliche Intelligenz eigentlich ist, was sie heute schon kann. Es gibt sowohl überzogene Hoffnungen als auch übertriebene Befürchtungen. Nüchtern betrachtet handelt es sich bei KI um Verfahren der schließenden Statistik mit großen Datenbeständen (Big Data). Die Rede von „Intelligenz“ ist übertrieben, der Vergleich mit menschlicher Intelligenz geht fehl, weil noch nicht einmal klar ist, worin menschliche Intelligenz eigentlich besteht. Problematisch ist, wenn umgekehrt dann der Computer als Prototyp und Maßstab für geistige Vorgänge benutzt wird.

Mit selbstlernenden Künstlichen Neuronalen Netzen ist zudem die Gefahr gegeben, dass auch die Programmierer*innen nicht mehr wissen, wie das System zu seinen Ergebnissen kommt. Im abschließenden Teil ging die Referentin auf den Einsatz von KI in der Arbeitswelt ein. Hier besteht die Gefahr, dass KI genutzt wird, um Menschen zu ausführenden Organen der Maschinen zu machen. Aber die Erfahrungen sind nicht nur negativ. Computer und KI können auch zur Anreicherung von Arbeitstätigkeiten genutzt werden.

In der anschließenden Diskussion ging es um eine mögliche Überwachung der Bevölkerung und daraus entstehende Gefahren für eine freiheitliche Gesellschaft. Ein zweites Thema war die Gefahr, dass Algorithmen diskriminieren können. Z.B. ist es vorgekommen, dass Firmen diskriminierende Vorannahmen in die Rechenvorgänge bei der Personalauswahl eingebaut hatten. Es gibt inzwischen aber eine kritische Informatik, die solche Vorgänge untersucht und Gegenmaßnahmen ermöglicht.

Ansprechpartner: Klaus Kock

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